/ VI. ENTSCHEIDUNGEN DER RELIGIÖSEN RATSVERSAMMLUNG
VI. ENTSCHEIDUNGEN DER RELIGIÖSEN RATSVERSAMMLUNG




VI. ENTSCHEIDUNGEN DER RELIGIÖSEN RATSVERSAMMLUNG
SOZIOKULTURELLER WANDEL UND RELIGIÖSE DIENSTLEISTUNGEN
 

Der sozioökonomische und kulturelle Wandel, der in unserem Land aus vielen Gründen wie in der ganzen Welt stattgefunden hat, hat sich heute mit der Globalisierung beschleunigt und ist zu einer Bedrohung für den religiösen Glauben, die moralischen Werte und die nationalen Kultur geworden. Andererseits hat die durch globale Orientierungen geprägte Populärkultur insbesondere die Kinder und Jugendliche gegenüber von religiösen Überzeugungen und Werte indifferent gemacht. All diese neuen Situationen strapazieren das religiöse Leben, schwächen die Verteidigungsmechanismen der Muslime und überschatten die Zukunftsvorstellungskraft.
Andererseits führen der Missbrauch und die Instrumentalisierung religiöser Überzeugungen und Werte durch interne und externe Dynamiken zum Verlust der Religion unter breiten Massen. Dieser Missbrauch, bei dem wir die konkreteste Form des verräterischen Versuchs der FETÖ am 15. Juli 2016 in unserem Land erlebt haben, hat einmal mehr und sehr bitter gezeigt, wie wichtig es ist, das wahre Verständnis von Religion zu bewahren und zu verbreiten.
Die schwindelerregenden wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen der letzten Jahre haben die Debatte über Religion und Wissenschaft erneut angeheizt. Die Erfindungen und wissenschaftlichen Entwicklungen, die auf verschiedenen Gebieten der Wissenschaft, insbesondere auf den Gebieten der Medizin und der Genetik, zutage getreten sind, überschreiten die biologischen Grenzen der Menschen. Genau wie im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert hat die Verbreitung des Missverständnisses begonnen, dass die Wahrheit nur mit wissenschaftlichen Mitteln entdeckt werden kann. Infolge der neuen Entwicklungen gewinnt die Anerkennung, dass die Wissenschaft die Religion ersetzt und die Religionen transformieren wird, rapide an Popularität und dies schafft neue Bedrohungen für den Glauben. Die Notwendigkeit der Konfrontation der Personen und Institute, die auf dem Gebiet der Islamwissenschaften akademische und intellektuelle Aktivitäten durchführen mit diesen neuen Entwicklungen ist nachdrücklich zu spüren. Wie so oft in der islamischen Geschichte ist es heute klar, wie wichtig es ist, Mechanismen zu entwickeln, die durch theoretische Analysen in den Bereichen Philosophie, Sozial- und Islamwissenschaften authentische Antworten liefern, die mit den Bedürfnissen und Bedingungen des Zeitalters vereinbar sind.
Die Veränderungen, die durch Industrialisierung, Urbanisierung und ein sich schnell entwickelndes technologisches Kommunikationsnetzwerk ausgelöst werden, wirken sich tiefgreifend auf die soziale Struktur und auch auf die Überzeugungen und religiösen Praktiken aus. Infolgedessen ist die individuelle Religiosität in den Vordergrund getreten, verschiedene Formen des Verständnisses im Bereich der Religion sind leichter auszudrücken und ein Phänomen der neuen religiösen Trends ist intensiv aufgetreten.
Der zeitlose wiederbelebende Geist des Islam nährt jedoch unsere Aufmerksamkeit auf das Verständnis des Lebens, unsere Bemühungen, die Anforderungen der Zeit zu verstehen, unsere Energie, das heutige Auffassungsniveau zu entdecken und gibt uns die erforderliche Begeisterung und Entschlossenheit, um die Herausforderungen zu meistern, denen wir gegenüberstehen.
Mit dieser Begeisterung und Entschlossenheit hat die IV. religiöse Ratsversammlung, die vom 25. bis zum 28. November 2019 in Ankara stattfand, die mit der Tagesordnung "soziokultureller Wandel und religiöse Dienste" abgehalten wurde, um die Auswirkungen des genannten soziokulturellen Wandels auf das Verständnis von Religion, die Beziehung zwischen Religion und Leben, Religion und Zukunft zu erörtern und auf dieser Grundlage neue Strategien in Bezug auf die Dienstleistungen im Rahmen der Präsidentschaft für religiöse Dienste festzulegen, mit 353 Teilnehmern in fünf verschiedenen Kommissionen Arbeiten durchgeführt und folgende Entscheidungen getroffen:

  1. Die Konstanten der Religion, die für jede Gesellschaft und Geschichte gelten, sollten nicht diskutiert werden. Religiöse Urteile im Zusammenhang mit der Rechtsprechung können jedoch in Bezug auf historische Bedingungen, sozioökonomische Realitäten und wissenschaftliche Erkenntnisse, auf denen sie beruhen, neu interpretiert werden.

  2. Heutzutage wird der erste Kontakt mit den Anti-Glaubens-Bewegungen auf den Auswirkungen der Populärkultur, die inkompatibel sind mit der Menschenwürde und das maßlose Vergnügen und die Unterhaltung anregen und auf den negativen Beispielen in religiösen Angelegenheiten hergestellt und in späteren Phasen wird versucht, diese emotionalen Reaktionen philosophisch zu begründen. Um dies zu verhindern, sollte die Präsidentschaft für religiöse Angelegenheiten ihre Anstrengungen verstärken, um zu beweisen, dass schlechte Beispiele die Religion nicht repräsentieren und versuchen Alternativen zur menschlichen Natur zu schaffen, die es der Gesellschaft ermöglichen, die religiös-geistigen und kulturellen Bedürfnisse auf legitime Weise zu befriedigen.

  3. Religiöse Gefühle und Gedanken werden heute unter anderem aus wirtschaftlichen, politischen, persönlichen Interessen und Gründen in Bezug auf sozialen Status missbraucht. Der Missbrauch nutzt alle Arten religiöser Werte, insbesondere den Koran und die Sunna, um diese Ambitionen zu erreichen und greift auch intensiv auf viele Aberglauben, Neuerungen, Legenden und esoterische Ansätze zurück. In den letzten Jahren wurden wir mit den konkretesten und destruktivsten Beispielen für diesen Missbrauch, nämlich FETÖ und DAESH konfrontiert. Die Präsidentschaft sollte die Aktivitäten fortsetzen, indem es die Bemühungen aktiviert und verstärkt, um den Missbrauch aufrichtiger religiöser Gefühle der Menschen unseres Landes zu verhindern.

  4. Um verlässliche Daten über Glaubensprobleme zu erhalten, sollte die Präsidentschaft unter Aufsicht kompetenter Wissenschaftler Feldforschungen durchführen und auch Diplomarbeiten und andere akademische Studien über die Beziehungen zwischen Religion-Person-Gesellschaft an Universitäten unterstützen. Die Ergebnisse dieser Umfragen sollten ausgewertet und in Dienstleistungspolitik umgewandelt werden.

  5. Anti-Glauben-Trends wenden die negativen Ereignisse und terroristischen Vorfälle in der islamischen Geographie in den sozialen Medien gegen den Islam an, ohne den Hintergrund der negativen Ereignisse in Frage zu stellen. Dieses Sharing in Bezug auf viele religiöse Themen, führen zu einer Schwächung des Glaubens der Menschen und zur Verbreitung anti-religiöser Ansichten. Die Präsidentschaft sollte geeignete Inhalte erstellen und in sozialen Medien verbreiten, um die Auswirkungen derartiger negativer Sharings zu beseitigen.

  6. Religiöse Gruppen treten häufig im normalen Verlauf des gesellschaftlichen Lebens auf. Es ist wichtig, diese genannten Gruppen transparent und prüfungsbereit zu machen, damit die negative Repräsentation der Religion über diese Formationen nicht falsch und zielgerichtet erfolgt sowie religiöse Überzeugungen und Werte nicht ausgenutzt werden.

  7. Der allmächtige Allah hat Menschen in verschiedenen Farben, Sprachen und Rassen als Beweis seiner Macht erschaffen und es zu einem Mittel gemacht, damit Menschen sich kennenlernen und verschmelzen können. Insofern ist es auf keinen Fall hinnehmbar, eine Gruppe aufgrund seiner ethnischen Herkunft, was keinen Grund zur individuellen oder nationalen Überlegenheit darstellt,  auszuschließen oder auszugrenzen. Alle Diskurse sollten abgelehnt werden, die bezwecken unsere Bürger aufzuteilen, die im Laufe der Geschichte Einigkeit, Zusammengehörigkeit und Solidarität in ihrem Schicksal geschaffen haben. Die Präsidentschaft sollte seine Dienste und Aktivitäten wie bisher entschlossen fortsetzen, um das Wohlergehen der Bürger zu stärken. Auf der anderen Seite sollte die Präsidentschaft ihre Schritte verstärken gegen die Diskurse und Handlungen der Terrororganisationen wie PKK / PYD, die versuchen, die Menschen in diesen Ländern, die mit dem Islam zu tun haben, auf andere Glaubensrichtungen und Kulturen umzulenken, indem sie die Menschen von der Wahrheit ablenken.

  8. Die degenerative Wirkung der Konsumkultur, welche die moderne Welt beeinflusst und sich in Verschwendung verwandelt und den Menschen vom Ziel der Schöpfung entfernt, sollte unter verschiedenen Aspekten untersucht und die Gesellschaft auf dieses Thema aufmerksam gemacht werden.

  9. Bei der Festlegung der Strategie für religiöse Dienste sollte die Präsidentschaft unter Berücksichtigung des soziokulturellen Wandels wissenschaftliche Untersuchungen durchführen, um die Erwartungen und Bedürfnisse der Zielgruppe zu ermitteln und entsprechende Dienste zu erbringen. In diesem Zusammenhang sollte es die Wirkung der Freitagspredigte und Predigte insbesondere bei den Ansprechpartnern, mit wissenschaftlichen Methoden messen und die Aktivitäten gemäß diesen Ergebnissen fortsetzen.

  10. Es sollten Arbeiten durchgeführt werden, um die Gesellschaft über die unserer religiösen und nationalen Kultur fremden Strukturen aufzuklären, die sich mit Diskursen wie gesundem Leben, innerem Frieden, Gleichgewicht, persönlicher Entwicklung und Erfolg im Geschäftsleben tarnen und im Hintergrund einige neue religiöse Bewegungen haben.

  11. Es sollten Workshops mit Interessenträgern abgehalten werden, um sicherzustellen, dass die Dienste, die im Rahmen der von der Präsidentschaft mit den zuständigen Ministerien und Institutionen unterzeichneten Protokolle verschiedenen Zielgruppen angeboten werden, mit einer gemeinsamen Sprache und gemeinsamen Ansatz durchgeführt werden.

  12. Einer der am stärksten vom soziokulturellen Wandel betroffenen Bereiche ist die Familie. Die Tatsache, dass Ehen und die Kinderzahl pro Familie abnehmen, häusliche Gewalt, geschiedene und zerbrochene Familien sind die deutlichsten Indikatoren dafür. Die Präsidentschaft sollte seine Beiträge zur Stärkung der Familieninstitution durch nationale und internationale Irschad-Aktivitäten sowie durch schriftliche und visuelle Veröffentlichungen verstärken. In diesem Rahmen sollte es jedes Jahr den „Familien- und Wertepreis" für schriftliche und visuelle Veröffentlichungen verleihen.

  13.  Die Familie ist der Grundstein der Gesellschaft. Daher betrachtete der Islam, die Generation, infolgedessen die Familie, als eines der fünf wesentlichen Elemente, die geschützt werden müssen. Daher wird bei den Menschen, die an ihre Werten hängen, kein Verständnis, keine Orientierung und kein abweichender Diskurs einen Halt finden, welche die Familie und die Familienwerte zerstört. Die Präsidentschaft sollte gegen die erwähnten Auffassungen, welche entgegen der Religion, der Natur, der Moral und der gesellschaftlichen Werte sind und aufmischen, die Aktivitäten fortsetzen, indem es die Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Organisationen der Interessengruppen verstärkt.

  14. Moscheen und ihre Nebengebäude sollten unter Berücksichtigung der Siedlungsmerkmale und des soziokulturellen Wandels geplant werden. In diesem Rahmen sollten entsprechend den Einrichtungen und Bedürfnissen Bibliotheks-, Lese-, Ausstellungs- und Besprechungsräume innerhalb der Moschee eingerichtet werden. Darüber hinaus sollten Praktiken in Gebetsstätten unterstützt werden, welche die Bedürfnisse von Frauen, Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen decken, worüber die Präsidentschaft seit längerer Zeit nachdenkt.

  15.  Zusätzlich zu den Irschad-Aktivitäten im Zentrum der Moscheen sollten einige der Prediger entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten in digitalen Umgebungen und einige von ihnen in mobilen Irschad-Aktivitäten eingesetzt werden und somit die Dienstleistungsbereiche erweitert und variiert werden..

  16. Die Präsidentschaft bietet Familien, Kindern und Frauen unter staatlichem Schutz, älteren Menschen, Jugendlichen, Süchtigen, Gefangenen und Häftlingen, behinderten Menschen, Patienten und ihren Angehörigen geistige Betreuung und Beratung. Um diese Dienste umfassender und qualitativ hochwertiger zu gestalten, sollte die Präsidentschaft die Zusammenarbeit mit den Universitäten bezüglich der Schulungen für das Personal, das diesen Dienst erbringen wird, verstärken und mehr Veröffentlichungen in diesem Bereich vornehmen.

  17. Heutzutage sollte die Verteilung der religiösen Amtsträger über den Dienstort neu bewertet und die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, indem das Phänomen der Migration von Dorf zur Stadt, die Bevölkerungsdichte und die Mobilität berücksichtigt werden.

  18. Die Bildungs- und Irschad-Programme in den Hadsch- und Umra-Organisationen sollten in ein geplantes Erwachsenenbildungsprogramm umgewandelt werden mit vor, während und nach Hadsch/Umra.

  19. Die erforderliche Gesetzgebung für die Diversifizierung der Lehrpläne der theologischen / islamischen Fakultäten sollte ausgearbeitet werden, um das Personal mit den Kompetenzen des informellen Religionsunterrichts und der religiösen Dienste auszubilden sowie die Absolventen dieser Programme einzustellen. In diesem Zusammenhang sollte die unter der Leitung der Präsidentschaft eingeleitete Zusammenarbeit zwischen der Präsidentschaft für religiöse Angelegenheiten, den theologischen / islamischen Fakultäten und dem Bildungsministerium gestärkt und fortgesetzt werden.

  20. Um im Hafiz- und Korankursunterricht erfolgreichere Ergebnisse zu erzielen, muss darauf geachtet werden, dass die Ausbilder unter denjenigen ausgewählt werden, die eine pädagogische Ausbildung erhalten haben.

  21. Der Lehrplan und die Unterrichtsstunden für die Hafiz-Ausbildung, die in Abstimmung mit dem Bildungsministerium durchgeführt werden, sollten im Rahmen der pädagogischen Grundsätze neu bewertet werden.

  22. Die institutionelle Präsenz der religiösen Fachbildungszentren, die für das breite Dienstleistungsnetz unserer Präsidentschaft von entscheidender Bedeutung sind, sollte durch Förderung fortgesetzt, die Bildungsprogramme unter Berücksichtigung soziokultureller Veränderungen aktualisiert und die akademischen Erfahrungen unseres Landes stärker in Bildungsprozesse einbezogen werden.

  23. Die Präsidentschaft sollte die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Institutionen und Organisationen verstärken, um sicherzustellen, dass authentische religiöse Informationen über neue Medienlandschaften und Massenmedien an alle Gesellschaftsbereiche weitergegeben werden und um fehlende und ungenaue Informationen zu korrigieren sowie um Veröffentlichungen zu verhindern, die zu religiösem Missbrauch führen können.

  24. Die Auswirkungen und Wahrnehmungsniveaus der gedruckten und visuellen Veröffentlichungen der Präsidentschaft in verschiedenen Arten und Qualitäten sollten regelmäßig mit verlässlichen Methoden der Medienforschung und -analyse wissenschaftlich gemessen werden. Die inhaltliche und qualitative Vielfalt der Veröffentlichungen sollte im Lichte der durch ihre Analyse und Interpretation erzielten Ergebnisse gesteigert werden.

  25. Die Präsidentschaft sollte seine Veröffentlichungen in verschiedenen Sprachen und Dialekten ausweiten, seinen Anwendungsbereich durch die Nutzung der Möglichkeiten der Informationstechnologien erweitern und ein Übersetzungsbüro einrichten, um die qualitativen Veröffentlichungen auf internationaler Ebene zu erhöhen.

  26. Um qualitativ hochwertige und wirksame Veröffentlichungen im Bereich des digitalen Verlagswesens zu erstellen, sollte die Präsidentschaft unter Berücksichtigung soziokultureller Veränderungen und Entwicklungen in den Informationstechnologien die Abteilung für digitale Veröffentlichungen so bald wie möglich aktivieren.

  27. Schriftliche, visuelle und digitale Veröffentlichungen sollten erstellt werden, einschließlich Warnungen und der enthaltenen Antworten auf Anti-Glaubens-Bewegungen, insbesondere für junge Menschen, und diese Texte sollten auch den philosophischen, historischen und kulturellen Hintergrund offenbaren, der diese Bewegungen hervorgebracht hat.

  28. Veröffentlichungen für Kinder, Jugendliche und benachteiligte Gruppen sollten zu den strategischen Prioritäten gehören. In diesem Zusammenhang sollten die auf digitalen Kanälen zu veröffentlichenden Produkte mit einer Auffassung angereichert werden, die von verschiedenen Disziplinen profitiert, und es sollten die notwendigen Schritte unternommen werden, um einen Fernsehkanal für Kinder einzurichten.

  29. Richtlinien, die religiöse und nationale Werte verinnerlichen lassen, sollten in gedruckten, audiovisuellen und digitalen Veröffentlichungen für Kinder weiterentwickelt werden, unter Berücksichtigung der Psychologie von Kindern sollten in keiner Veröffentlichung Themen enthalten sein, die entfremden und inkompatibel sind mit der menschlichen Natur sowie zur Gewalt anstiften.

  30. Die Bedeutung von Literatur und Kunst für die Weitergabe religiöser Gefühle und Gedanken an junge Generationen ist nicht zu leugnen. Zu diesem Zweck ist es wichtig, literarische und künstlerische Produkte in Bereichen wie Kalligraphie, Bilderhandschrift, Marmorierung, Dichtung, Erzählung, Roman, Musik und Kino in den Veröffentlichungsrichtlinien der Präsidentschaft zu fördern, Wettbewerbe zu organisieren und entsprechende Projekte für diesen Zweck zu unterstützen. Die Präsidentschaft kann diese Aktivitäten mit ihrer eigenen Corporate Identity planen und durchführen oder realisieren, indem es externe Projekte unterstützt, um ein breiteres Publikum zu erreichen.

  31. Es wird beobachtet, dass sich ändernde weltweite Bedingungen, neue Entwicklungen in den internationalen Beziehungen, politische und soziale Veränderungen in den Ländern, in denen die Dienstleistung erbracht wird, es der Präsidentschaft erschweren, ihre internationalen Dienstleistungen und Tätigkeiten in ihrem derzeitigen Zustand fortzusetzen, und dass sie in der Praxis mit ernsthaften Problemen konfrontiert werden.  Dies erfordert eine radikale Überprüfung und Umstrukturierung der Dienstleistungen im Ausland. In dieser Richtung sollte ein strategischer Aktionsplan entwickelt werden, der die örtlichen Bedingungen und Möglichkeiten der Geographie berücksichtigt, in der die Dienstleistung erbracht wird, und die Ausbildung des Personals anleitet.

  32. Es wird beobachtet, dass es einen Unterschied in der traditionellen homogenen Struktur der Massen gibt, welche die ausländischen religiösen Dienstleistungen beanspruchen, dass neben der Präsenz unserer Nation auch andere Muslime ein Teil der Moscheen geworden sind und dass es Probleme gibt, die sich aus Generationsunterschieden ergeben, und dass die Generationen in Bezug auf Sprache und Kultur sich entfremden. In dieser Hinsicht ist es erforderlich, dass der Religionsbeauftragte, der ein Lehrer, ein geistiger Berater und ein Führer ist und der die Gemeinschaft in externen Institutionen vertritt, neben der fachlichen und pädagogischen Kompetenz in der Sprache, Religion, Kultur, sozialen und politischen Struktur des Landes ausgebildet wird und insbesondere mit Fähigkeiten ausgerüstet wird, um in multikulturellen und multireligiösen Bereichen zu kommunizieren.

  33. Die Moscheen im Ausland sind neben ihrer Eigenschaft als Gotteshäuser auch soziale, kulturelle und geistige Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Entsprechend den sich ändernden Erwartungen in Bezug auf die Dienstleistungen sollten diese Räume mit neuen Funktionen ausgestattet und mit ästhetischen Designs versehen werden, um die Teilnahme von Kindern, Jugendlichen und Frauen zu fördern. In dieser Richtung sollten Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass junge Menschen und Frauen mehr Mitspracherecht in der Verwaltung der  Moscheen haben.

  34. Der Bedarf an gedruckten, visuellen, audiovisuellen und digitalen Veröffentlichungen, insbesondere der Präsidentschaft für religiöse Dienste, im Ausland für diejenigen, die sich umfassend über die islamische Religion und die internationale muslimische Gemeinschaft informieren möchten, steht immer noch als ein wichtiges Thema vor uns. Aus diesem Grund sollte sichergestellt werden, dass die Veröffentlichungsaktivitäten der Präsidentschaft auf die globalen Plattformen in den wichtigsten Metropolen der Welt übertragen werden, damit religiöse Veröffentlichungen mit den dortigen Möglichkeiten und Gelegenheiten international qualifiziert und wirksam werden können und der Weltöffentlichkeit die intellektuelle Erfahrung von Muslimen, die in verschiedenen Regionen leben, präsentiert wird.

  35. Hinsichtlich der Unterstützung der intellektuellen Dimension und Fachwissens der islamischen Theologie und Ansichten in anderen Sprachen sollte ein “Ausführungs- und Überwachungsausschuss für die internationalen Programme” eingerichtet werden in Bezug auf die periodische Bewertung  der Ziele und der Effektivität der durchgeführte Stipendium-Programme vornan durch das internationale Theologische Projekt (UIP), Hochschulrat  (YÖK) und der Präsidentschaft der Türken im Ausland und verwandter Gemeinschaften (YTB) und der religiösen Stiftung Türkei (TDV), koordiniert durch die Präsidentschaft. Dieser Ausschuss sollte gleichzeitig die akademische Zusammenarbeit zwischen der Präsidentschaft und den theologischen Fakultäten in unserem Land und seinen Kollegen in anderen Ländern entwickeln.

  36. Es wird beobachtet, dass anti-islamische und anti-muslimische Diskurse und Aktionen in der ganzen Welt, insbesondere in den westlichen Ländern, solche Dimensionen erreicht haben, welche die individuelle und gesellschaftliche Existenz und Identität von Muslimen bedrohen. Es werden effektive Ergebnisse erzielt, wenn eine Strategie im Rahmen der Menschenrechte und Grundfreiheiten entwickelt wird, um den Kampf gegen dieses Phänomen namens Islamophobie zu führen. Diesbezüglich sollte Initiativen Vorrang eingeräumt werden, um die Möglichkeiten internationaler Organisationen wie die Vereinten Nationen, die Europäische Menschenrechtskommission, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und die Organisation für islamische Zusammenarbeit sowie heimische Rechtsgrundlagen und verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen zu nutzen. Aus diesem Grund sollte die Zusammenarbeit mit den von Muslimen gegründeten Organisationen ausgebaut und von deren Erfahrungen profitiert werden, um Verletzungen von Rechten und Freiheiten zu bekämpfen. Es sollte angeregt werden, mit zuständigen Institutionen und Organisationen zusammenzuarbeiten, um Verletzungen von Rechten und Freiheiten der Muslime oder andere zu überwachen, zu dokumentieren und diese an die erforderlichen Justizbehörden weiterzuleiten und die Präsidentschaft sollte dabei eine „Bekämpfungseinheit gegen die Islamophobie“ einrichten.

  37. Es sind viele Menschen aus der islamischen Geographie in unser Land eingewandert, die durch Krieg, Terror und Unterdrückung schwere Zeiten durchgemacht haben. Diese Länder, die seit Jahrhunderten Schutz für Opfer bieten, ohne zwischen Sprache, Religion, Rasse, Glaubensrichtung und Lebensarten zu unterscheiden, haben die berechtigte Ehre, heute dieselbe Verantwortung zu tragen. Das großmütige Volk unseres Landes, das es als Pflicht ansieht, allen Menschen die Hand zu erreichen, die gezwungen wurden, aus den Kriegsregionen auszuwandern, sieht es als islamische und humanitäre Pflicht an, alle unterdrückten Menschen mit offenen Armen zu empfangen. Dementsprechend sollten die Befugnisse und die Möglichkeiten der Präsidentschaft, die ihre Bemühungen zur Befriedigung der religiösen, humanitären und kulturellen Bedürfnisse der Opfer, die in unser Land geflüchtet sind, erfolgreich fortsetzt, erhöht werden.


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